
Mit Otto haben wir einen tierischen Mitbewohner unseres Vereinsheims kennengelernt. Doch wie leben Siebenschläfer eigentlich? Was fressen sie – und wie verbringen sie den Winter? In unserer historischen Informationsreihe haben wir den kleinen Nachtbewohnern bereits einen eigenen Flyer gewidmet.
Große Augen und ein buschiger Schwanz
Der Siebenschläfer trägt den wissenschaftlichen Namen Glis glis und gehört zu den Nagetieren. Mit seinem buschigen Schwanz erinnert er auf den ersten Blick an ein kleines Eichhörnchen. Auffällig sind seine großen, dunklen Augen, die rundlichen Ohren und das graubraune Fell mit heller Bauchseite.
Nachts unterwegs, tagsüber versteckt
Siebenschläfer leben unter anderem in Laubwäldern und größeren Gärten. Tagsüber ziehen sie sich in geschützte Schlafplätze zurück, beispielsweise in Baumhöhlen. Auch Dachböden werden als Quartier angenommen.

Dass sich Siebenschläfer gelegentlich in Gebäuden einrichten, kennen wir aus eigener Erfahrung: Auch im Vereinsheim des Vogelschutzvereins Beerfelden haben sie Unterschlupf gefunden. Otto ist also Teil einer Geschichte, die unser Verein schon seit längerer Zeit kennt.
Ein abwechslungsreicher Speiseplan
Im Sommer stehen Früchte, Knospen und Pilze auf dem Speiseplan. Gelegentlich nehmen Siebenschläfer auch tierische Nahrung zu sich, etwa Insekten.
Zum Spätsommer und Herbst hin werden energiereiche Früchte und Samen besonders wichtig. Bucheckern, Eicheln und Haselnüsse helfen den Tieren dabei, Fettreserven für die kalte Jahreszeit anzulegen.

Wie der Siebenschläfer den Winter verbringt
Der lange Winterschlaf ist das bekannteste Merkmal des Siebenschläfers. Dafür zieht er sich in ein geschütztes Quartier zurück, beispielsweise in eine selbst gegrabene Erdhöhle.
Während dieser Zeit lebt er von den zuvor angefressenen Fettreserven. Seine Körpertemperatur sinkt und der Herzschlag verlangsamt sich stark. So spart der Körper Energie, bis der Siebenschläfer im Frühjahr wieder aktiv wird.
Der Name ist dabei kein genauer Kalender: Die Dauer des Winterschlafs kann unterschiedlich ausfallen.

Nachwuchs im geschützten Nest
Für ihren Nachwuchs richtet das Weibchen ein Nest ein, etwa in einer Baumhöhle. Die Jungtiere kommen zunächst blind und taub zur Welt und sind auf die Versorgung durch ihre Mutter angewiesen. Erst nach und nach entwickeln sie sich so weit, dass sie selbstständig Nahrung suchen können.
Ein kleiner Mitbewohner mit besonderen Gewohnheiten
Wer Otto gesehen hat, kennt nun auch die Lebensweise hinter den großen Augen und dem buschigen Schwanz: ein nachtaktives Nagetier, das geschützte Quartiere braucht und sich während der warmen Monate auf einen langen Winter vorbereitet.
Textgrundlage: Vogelschutzverein Beerfelden e.V., historische Informationsreihe, Ausgabe 25 „Der Siebenschläfer – Langschläfer des Waldes“. Für diesen Beitrag neu formuliert und gekürzt.

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